Mittwoch, 3. September 2014

29.08.2014 Srinagar - Jammu



Heute sind wir um 6.00 Uhr gefahren.
Das bedeutet, dass wir zu dementsprechend früher Uhrzeit aufstehen mussten.
Leider konnte uns Opi nicht länger begleiten, dafür hilft uns jetzt David (Inder), er war Teil der Organisation des Youth Festival. David wird mit uns die Reise bis Amritsar durchstehen.
Tatsächlich sind wir dann erst um 6.18  Uhr los gefahren, denn es mussten noch die Gepäckstücke verladen werden. Ein Grund für unseren frühen Aufbruch war, dass wir der Rushhour entkommen wollten. Genauso um vor einem Militärkonvoi durch zu kommen.
In die Ausläufer des Konvois sind wir dann doch noch hineingeraten, was unsere Reisezeit nicht unbedingt verkürzte.
Es war teilweise sehr waghalsig zu überholen, aber wir schafften es. Dann machten wir eine kleine Pause und mussten von vorne anfangen. Aber auch dies bewältigten wir.
Es brachte wirklich etwas so früh losgefahren zu sein, denn wir brauchten “nur“ 9 Stunden um Jammu zu erreichen. Wir rechneten mit 11 Stunden Fahrt.
Leider sind Gerhard, Alisa und Dominik noch auf den letzten Drücker krank geworden.
Je weiter wir vorankamen, desto wärmer wurde es. Auf die letzten Kilometer wurde es immer schlimmer, denn wir konnten die Klimaanlage nicht anmachen, da sonst zu viel Energie verbraucht würde und wir die Berge nicht mehr hinaufkommen würden.
Als es dann schließlich auch der letzte nicht mehr aushalten konnte, kamen wir um 16Uhr endlich am Hotel in Jammu an.

Anschließend legten sich die Meisten von uns schlafen um sich zu erholen, während David und Stephie zusammen mit einigen indischen Jugendlichen, die wir vom Youth Festival her kennen, Essen holten. Es gab Chinesisch, welches sehr lecker war und zeitgleich das erste richtige Essen für diesen Tag darstellte. Frühstück war uns in einer kleinen Box für jeden in den Bus mitgegeben worden, ansonsten ernährten wir uns von Cola, Keksen und Chips, wie auf der Hinfahrt.
Das Essen war scheinbar so gut, dass selbst Fabian sich spontan dazu entschloss das Kriegsbeil mit den Nudeln zu begraben und ordentlich zugriff! 
Nach dem Essen, zogen sich alle Kranken oder noch angeschlagenen wieder zurück, während der fitte Teil der Gruppe beschloss zusammen mit den Indern noch eine Runde zu shoppen.
Alles in allem ergab sich eine nette Atmosphäre und alle die wir mitgekommen waren, genossen den Bummel durch die Straßen. Nach der langen Setzerei die Beine bewegen zu können tat gut.
Schließlich kehrten wir dann bepackt mit Naschereien ins Hotel zurück. Hier saßen wir dann noch eine Weile mit den Indern herum, aber lange hielten wir es scheinbar alle nicht aus, letztlich tauschte man noch kurz Whatsapp und Facebook Adressen aus, dann verließ man uns Deutsche und meinte, man wohne in der Nähe und man sähe sich vielleicht noch bei/vor der Abfahrt.
Geplant ist Morgen Aufbruch um 7Uhr früh, dann geht’s nach Amritsar, wo wir die Letzte Etappe der Reise verbringen werden.

Eva, David

28.08.2014 Srinagar



Wir liegen gerade im Bett und lassen den Tag Revue passieren:
Begonnen hat der Tag mit gekochten Eiern, Toastbrot und Marmelade, die eigentlich nur nach Zucker schmeckt. Danach machten wir uns auf dem Weg nach Tangmarg, wo wir die Tindale Biscoe School besuchten. Dort wurden wir von einigen Schülern der Schule singend und tanzend empfangen und haben uns anschließend mit einigen Abschlussschülern bei Tee und Gebäck unterhalten. Besonders gut hat uns bei dem Empfang gefallen, dass die Kleinsten für uns ein Medley aus „If you happy and you know it clap your hands“, „Brush your teeth every day“ und „He’s a jolly good fellow“- inklusive Armhochstrecken bei „fehellooooooooooooow“- vorsangen UND die Bewegungen passend zu ihrem Gesang machten. Weil der Direktor unsere Ententanz- Tanzeinlage am letzten Abend des Youth Festivals mitbekommen hatte, schlug er vor, wir könnten es für die Süßen schnell noch einmal machen. Mit schiefem Gesang, aber viel Mühe gaben wir unser Bestes….wie man sieht.
Alle waren sehr dankbar, weil viele Gelder aus Deutschland kommen, um den Wiederaufbau der Schule zu finanzieren. 2010 ist diese nämlich abgebrannt. Man vermutet, dass sie angezündet wurde. Übrig sind nur zwei Stahltreppen, die die improvisierten Hütten, in denen der Unterricht z.Zt. stattfindet, umrandet. Diese und die verkohlten Baumstämme erinnern heute noch an das Unglück, jedoch sind alle sehr zuversichtlich und ein neues Gebäude, das bis zum Winter fertig gestellt werden soll, ist schon im Bau. Sehr gehetzt ging es von dort aus weiter zur höchst gelegensten Seilbahn der Welt in Gulmarg. Die Temperatur wurde wirklich zunehmend immer Kälter und spätestens auf der mittleren Gondelstation hatten alle ihre Jacken an. Jedoch war noch niemandem „schwummerant“. Das sah eine Station weiter oben- 4500m über Null- schon anders aus. Das Atmen wurde schwerer und die Gedanken weniger klar. Ca. 50m liefen wir den Berg weiter hoch, um den Schnee (!!) anzufassen und mussten auch über Steine kraxeln. Im Nachhinein wirkte der Weg gar nicht mal so steil, doch die dünne Luft brachte unsere Herzchen zum Pumpen!
Über den Wolken…
Nach einiger Zeit in der luftigen Höhe bei 12°C haben wir uns dann von der Gondel wieder nach unten befördern lassen und waren dann in einem „oberaffentittengeilen“ Hotel zum Lunch. Die Speisekarte war sehr europäisch vom Burger, über Spaghetti Bolognese bis hin zu Fish and Chips. Das einzige Problem war, dass es zuvor viel zu leckeres, warmes Brot mit Butter gab und (weniger leckere) scharfe Hackfleischröllchen mit Minzsauce. Nach einem Kaffee, Tee, oder Espresso ging es dann wieder zurück zur Schule in der wir uns dann 2 Stunden lang entspannen konnten, bevor wir wieder zum Dinner mussten. Da heute unser letzter Tag in Srinagar ist, naja eigentlich war, waren alle hohen Tiere noch einmal zu essen da und anschließend bekamen wir alle die wunderbar weiche Jacke der Schulkleidung als Andenken.
TBMS – Tindale Biscoe Mallinson Society

Morgen verlassen wir also das Paradies auf Erden und es geht zurück nach Jammu
Gute Nacht J
Leonie, Thomas und Alisa

27.08.2014 Srinagar



Heute war es seit langem mal wieder entspannend. Zumindest war es so geplant. Jetzt, wo die restlichen Teilnehmer des Youth Festivals weg sind, können wir unser eigenes Programm durchführen. D.h. viel Ruhe, Essen, kleine Sightseeing-Tour und Shopping.
Mit dieser Motivation, dass es heute ruhiger wird, sind wir auch heute aufgestanden.
Gemeinsam in kleiner und netter Runde haben wir zusammen mit einem Prediger und seiner Frau gefrühstückt. Es war nochmal sehr nett mit den Beiden ins Gespräch zu kommen und sie nochmal von einer anderen Seite kennenzulernen.
Auch war das Frühstück, wie die letzten Tage auch, auf uns Deutsche angepasst. Also es gab Toast, Omelett, Kaffee und natürlich auch Marmelade.
Während des Frühstücks haben wir dann gemeinsam mit unserem indischen Ansprechpartner über unserer Ideen und Möglichkeiten ausgetauscht.
Stephie hatte schon vor mehreren Tagen nach einer Schulführung gefragt, die heute stattfinden sollte. Da es aber zu der Frühstückszeit regnete, stand die Führung für einen kurzen Augenblick auf der Kippe.
Aber schon nach einer Stunde, also auch vor unserer „Tea-Time“ hörte es schon wieder auf mit dem Regen.
Nach der Tea-Time trafen sich dann Stephie, Eva, David und Gerhard mit ihrem Guide und machten sich auf den Weg die Schule zu erkunden.
Die Anderen, die nicht bei der Führung dabei waren, hielten sich hauptsächlich auf den Zimmern auf und kümmerten sich um ihre Gesundheit, Müdigkeit oder den Blog.
Aber auch diese ruhige Zeit ging schnell vorbei, denn schon um 13:30 Uhr gab es dann mit einer Verspätung von 20 Minuten das Mittagessen. Das Essen war zwar indisch, aber es war zu unserem Glück nicht scharf. :D
Während des Mittagessens haben wir uns dann mit einem Lehrer der Schule kurz geschlossen, der uns gerne in Srinagar und beim Shoppen begleiten wollte. Also machten wir uns um 14:40 Uhr gemeinsam mit dem Lehrer auf und machten Srinagar unsicher.
Aus gesundheitlichen Gründen konnten nicht alle mitfahren, sondern mussten sich erst einmal richtig auskurieren.
Wir, die Sightseeing-Gruppe, sind hoch in die Berge gefahren und haben uns dort einen königlichen Garten angeguckt. Dieser Garten war sehr schön angelegt und man hatte eine sehr gute Aussicht auf die Landschaft um Srinagar. Nach dem Garten sind wir dann einige Zeit um den Dal- Lake gefahren, um im zweiten Schritt zu unserer Shoppingstraße zu kommen.
Dort angekommen sind wir direkt in einen Laden für Tücher und Stoffe gegangen. Dort haben die Meisten von uns mindestens zwei Schals gekauft. Und weil wir so viel gekauft haben, haben wir sogar Rabatt bekommen… bis auf Stephie, die ein wenig zu früh bezahlt hatte. Hauptsache, jeder hat etwas Schönes gefunden!
Wir Mädchen wollten aber unbedingt noch Kurtas kaufen und steuerten den nächsten Laden an.
Sofort wurde eine Bank unser unsere Popos geschoben. Leonie, Alisa und Eva setzten sich und Domi testete die Lehne aus. Zunächst hielt diese auch stand. Zunächst… Im nächsten Augenblick schon nicht mehr. Es krachte einmal kurz laut und Domi hielt die Lehne in der Hand. Wir mussten die Lehne nicht ersetzten und gingen auch bald danach wieder hinaus. Die Designs der Kurtas waren alle nicht nach unserem Geschmack. Alles war überladen bestickt oder einfach farblich seltsam kombiniert. Es könnte so ausgesehen haben, als seien wir nur in den Laden gekommen, etwas kaputt zu machen. Wir werden zurück in Amritsar mit Vijay nochmal shoppen gehen und dann hoffentlich endlich schöne Kurtassen finden! Und auch Armbänder, Gewürze, Hemden, Anzüge…………………….
Gerade sitzen wir zusammen bei uns Mädchen im Zimmer auf Betten, welche so hart sind wie Stein, und reflektieren den Tag und reden gelassen über diverse Themen und wägen ab, ob wir zurück fliegen (1 Std Flug) oder mit dem Bus ohne Opi fahren (11 Std Fahrt). Pro Flug: Wir sparen Zeit. Pro Bus: Wir sparen Geld und werden mit unseren Lieblingskeksen versorgt.  Contra Flug: wir müssen Geld draufbezahlen und der Busfahrer fährt allein nach Jammu zurück. Contra Bus: Wir werden 11 Stunden lang durchgeschüttelt und unsere einzige indische Begleitung, der Busfahrer, kann kein Englisch.
Was würdet ihr tun?

Liebe Grüße
Leonie und Eva